20. ADAC-Enduro-Rallye in Leopoldshöhe

Quad total

In der Gesamtwertung drei Quads auf den Plätzen 1-3. In den Top 10 gleich fünf verschiedene Vierrad-Piloten. Die Enduro-Rallye in Leopoldshöhe war schon etwas Besonderes und für die Quad-Fahrer war es besonders schön. Jürgen Mohr (im Foto rechts), Bernhard Welslau und Frank Geiling standen zuoberst auf dem Podest.

Es lief für die Quads aber auch alles nach Plan: Als mitten in der Nacht der Himmel seine Schleusen öffnete, war klar, dass am nächsten Morgen die Spuren nass und rutschig sein würden. Die idealen Bedingungen für die Quads im Kampf gegen die Uhr, denn die driften nun einmal schneller durch die Kurve, als es ein Motorrad auf so glattem Boden kann. Einzig A-Lizenz-Fahrer Thomas Lübbing aus Bad Oynhausen konnte mit der KTM im Feld der Vierräder noch einigermaßen mithalten. Doch ein Plattfuß in der vierten Sonderprüfung verbannte ihn letztlich auch vom Treppchen.

Als die Strecke immer trockener und schneller wurde, und die Motorradfahrer allgemein ihre Chance bekamen, passierte es erneut: Wieder heftige Regenfälle, so dass der veranstaltende MSC Lippe-West sogar gezwungen war die Rundenlänge zu kürzen, um sicher zu stellen, dass der Wettbewerb überhaupt ordnungsgemäß beendet werden konnte. Trotzdem kamen am Ende immer noch über eine Stunde Sonderprüfungszeit zusammen.

Vor dem Wettbewerb war sich Jürgen Mohr überhaupt noch nicht sicher, ob er die Veranstaltung überhaupt in Wertung beenden könnte: "Ich habe fast schon 14 Tage mit einem Grippevirus zu kämpfen. Selbst bei dem 24-Stunden-Enduro in Frankreich konnte ich nicht an den Start gehen." Trotzdem setzte er gleich eine Bestzeit nach der anderen - mit dem Erfolg, dass er sich nach der Halbzeit etwas zurück nehmen konnte: "Mein Vorsprung war zu dem Zeitpunkt so groß, dass ich sogar ein wenig auf Sicherheit fahren konnte." Am Ende waren es so immer noch 14 Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Bernhard Welslau. Da dieser Lauf vom Enduro-Rallye-Cup auch für den Deutschen Enduro-Quad-Pokal gewertet wurde, konnte Mohr mit diesem Ergebnis seine Führung in der Meisterschaft ausbauen und Welslau verbesserte sich nun punktgleich mit Geiling auf den zweiten Rang.

Im Enduro-Rallye-Cup ist Welslau der Titel in der Quadklasse zumindest gar nicht mehr zu nehmen, selbst wenn noch ein weiterer Lauf ansteht.

Bei den Motorrädern kämpften die Fahrer allesamt mit dem rutschigen Gelände und selbst die Favoriten lagen mehr oder weniger oft am Boden. Auf dem weichen Untergrund in der Regel aber kein Problem. Lübbing, der in der Deutschen Enduro-Meisterschaft sonst mit der 2-Zylinder-KTM unterwegs ist, hatte sich für diesen Wettbewerb die leichte 400er von seiner Frau geliehen. Ein kluger Schachzug angesichts der rutschigen Verhältnisse, der dann auch mit dem vierten Gesamtrang als bester Zweiradfahrer hinter den Quads belohnt wurde. Wäre da nicht noch ein Plattfuß in der vierten Sonderprüfung gewesen, dann wäre er vielleicht sogar noch weiter vorne platziert gewesen.

Frisch aus dem Urlaub zurück bewies Peter Rademacher, dass er durchaus zu den Top-Piloten gehört: "Ich habe lange überlegt, ob ich wirklich in Urlaub fahren sollte, doch der war schon so lange geplant gewesen. Andererseits war ich auch noch nie so knapp an dem Titelgewinn dran." Doch Rademacher hatte sich vor einer Woche für Urlaub entschieden und war beim letzten Lauf in Ascheberg nicht am Start. Und weil ihm damit gleich zwei Läufe fehlen, warf es ihn in der Gesamtwertung des Enduro-Rallye-Cups weit zurück.

Sebastian Freitag kämpfte zu Beginn mit technischen Problemen: "Mir war eine Kupplungslamelle gebrochen, weshalb es beim Beschleunigen aus der Kurve zunächst nicht so gut klappte." Am Ende aber der zehnte Gesamtrang, direkt zwei Plätze vor Olaf Scheffran. Der haderte auch mit seiner Kupplung. "Als ob ich Luft darin hätte, aber wir hatten doch schon mal entlüftet."

Nachwuchsfahrer Benjamin Schieleit vom MSC Lippe-West wurde etwas unter Wert geschlagen: "Eigentlich lief es ja ganz gut, aber in der zweiten Sonderprüfung war mir der Vergaser runter gesprungen. Das hat eine ganze Weile gedauert, bis ich überhaupt darauf gekommen bin, woran es überhaupt lag. Das hat mir die Zeit versaut." Seine Freundin Jacqueline Weinreich hingegen konnte die Damenklasse gewinnen.

Erstmals am Start Joachim Kind vom MSC Lippe-West auf seinem Honda-Quad (Im Bild rechts): Doch der Mann bringt Erfahrung auf vier Rädern mit, sonst ist er im Kartsport aktiv. Am Ende für ihn der neunte Platz von elf Startern: "Da habe ich noch mal Glück gehabt, denn meine Frau hat mir verboten mit einem weiteren Pokal nach Hause zu kommen," kommentierte er das Ergebnis.

Krankheitsbedingt unter Wert geschlagen wurde MSC-Mitglied Ingo Kloß auf seiner Beta, der nur den 46. Platz in der Gesamtwertung erreichte. Senior Volker Weinreich schloss den Tag direkt dahinter mit Gesamtrang 47 ab.

Der nächste Lauf zum Enduro-Rallye-Cup ist am Samstag, dem 22. September, die ADAC-Enduro-Rallye Münsterland mit abschießender Gesamtsiegerehrung (und Feier). Gesamtergebnis der 20. ADAC-Enduro-Rallye Leopoldshöhe
1. Jürgen Mohr, Bayreuth, E-ATV-Quad
2. Barnhard Welslau, Paderborn, Yamaha-Quad
3. Frank Geiling, Helmstadt, Honda-Quad
4. Thomas Lübbing, Bad Oeynhausen, KTM
5. Josef Schneider, Neustadt, E-ATV-Quad
6. Peter Rademacher, Reken, Beta
7. Mirko Gans, Cobbelsdorf, GasGas
8. Christoph Drees, Ennepetal, Suzuki
9. Gerd Müller, Much, Husqvarna
10. Sebastian Freitag, Lichtenau, GasGas

Das komplette Gesamt-Ergebnisse als PDF-Datei

Die kompletten Klassen-Ergebnisse als PDF-Datei

Zwischenstand (nach sieben von acht Wettbewerben):
1. Gerd Müller, Much, Husqvarna 67,05 Punkte
2. Sebastian Freitag, Lichtenau, GasGas 64,51 Punkte
3. Andreas Vogel, Leverkusen, KTM 58,78 Punkte
4. Bernhard Welslau, Padervorn, Yamaha-Quad 57,98 Punkte
5. Olaf Scheffran, Schwerte, Husqvarna 52,26 Punkte
6. Norbert Schatten, Geldern, Yamaha-Quad 49,91 Punkte
7. Tobias Manthey, Iserlohn, GasGas 49,44 Punkte
8. Pierre Post, Unna, KTM 49,31 Punkte
9. Frank Judda, Lichtenau, Husaberg 48,20 Punkte
10. Matthias Bartsch, Leopoldshöhe, Beta 47,54 Punkte

Der Zwischenstand im Enduro-Rallye-Cup